Deutsch-griechische Beziehungen im ostdeutschen Staatssozialismus (1949-1989) (22.-23. April 2015)

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Grußworte zur Konferenz

Ulf Schnars, der Dienststellenleiter der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, heißt die Gäste willkommen und gibt eine kurze Einführung zur Geschichte des Gebäudes der Sächsischen Landesvertretung. Anschließend erläutert S.E. Panayotis Kalogeropoulos, der Botschafter der Hellenischen Republik, die Relevanz des Konferenzthemas im Rahmen der deutsch-griechischen Geschichte.

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Miltos Pechlivanos: "Zur Fragestellung der Konferenz"

In seiner „Einführung aus neogräzistischer Sicht“ umreißt Miltos Pechlivanos die Thematik der Konferenz und ihren Zusammenhang mit dem Forschungsanliegen des CeMoG, wobei er auf das Beispiel des ostdeutschen Neogräzisten Johannes Irmscher fokussiert.

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Dimitrios K. Apostolopoulos: "Die griechische Außenpolitik der ersten Nachkriegsjahrzehnte im Lichte der Rivalität zwischen DDR und BRD"

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Griechenland nicht nur eng an den Westen gebunden, sondern brauchte die finanzielle Unterstützung der BRD, um die öffentliche Infrastruktur aufzubauen. Trotzdem verzichtete Athen nicht vollständig auf die wirtschaftliche bzw. kommerzielle Zusammenarbeit mit der DDR. In seinem Vortrag analysiert Dimitrios Apostolopoulos die griechisch-ostdeutschen Beziehungen vor dem Hintergrund der Frage, ob die Athener Regierungen die Kontakte zur DDR als Druckmittel in den Beziehungen zu Bonn einsetzten.

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Andreas Stergiou: "BRD-DDR und die 'Bereinigung der Kriegsfolgen' aus der Nazi-Okkupation in Griechenland"

Die sogenannte ‚Vergangenheitsbewältigung‘ der Nazi-Okkupation in Griechenland betraf nicht nur die Beziehungen zwischen dem griechischen Staat und der BRD, sondern auch das griechische Verhältnis zur DDR. Andreas Stergiou beleuchtet dieses bislang noch kaum untersuchte Kapitel der griechisch-deutschen Beziehungen und erläutert es im Zusammenhang des wirtschaftlich-diplomatischen Antagonismus der beiden deutschen Staaten im Mittelmeer.

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Konstantinos Gerakis: "'Zwischen Anspruch und Praxis.' Die Beziehungen der SED zur Kommunistischen Partei Griechenlands (1967-1989)"

Proletarischer Internationalismus und wirtschaftlich-diplomatische Interessen: In diesem Spannungsfeld zwischen Anspruch und Praxis untersucht Konstantinos Gerakis das Verhältnis der ostdeutschen Staatspartei zu ihrer griechischen Bruderpartei auf der einen, dem griechischen Staat auf der anderen Seite.

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Patrice G. Poutrus: "Bürgerkriegskinder und Verfolgte der Militärdiktatur in der "geschlossenen Gesellschaft" des ostdeutschen Staatssozialismus"

Die 1949/1950 begonnene, als „Griechenlandkinder-Aktion“ bekannt gewordene Aufnahme von ca. 1.000-1.300 griechischen Bürgerkriegskindern stellte für die gerade entstehende DDR nicht nur eine logistische Herausforderung dar, sondern bot auch einen willkommenen Anlass, um die Gastfreundschaft der sozialistischen Gesellschaft unter Beweis zu stellen. Der Zeithistoriker Patrice G. Poutrus untersucht die hierdurch eingeleitete griechisch-ostdeutsche Migrationsbewegung mit Blick auf die ideologischen Vorgaben und sozialpolitischen Bedingungen, unter denen diese stattfand.

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Stratos Dordanas & Vaios Kalogrias: "Die Stasi und ihre Griechen"

Ein bislang unerforschtes Kapitel der Geschichte der griechischen DDR-Emigranten ist die Kooperation einiger von ihnen mit dem berüchtigten „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS). Der Vortrag von Stratos Dordanas und Vaios Kalogrias untersucht einerseits die Erwartungen des MfS von dieser Kooperation und andererseits die Motive und Aufgaben seiner griechischen Mitarbeiter. Aus dem Studium des einschlägigen Archivmaterials geht hervor, dass die Loyalität griechischer Emigrantenkreise und Einzelpersonen zum DDR-Regime keineswegs vorgegeben war.

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Georgios Vrazitulis: "Erste filmische Ansätze zur Vermittlung eines Griechenland-Bildes in der DDR – drei Dokumentarfilme von Karl Gass"

Im Jahre 1956 drehte Karl Gass während einer Reise durch Griechenland fünf populärwissenschaftliche Dokumentarfilme über das bis dahin für die DDR-Bürger unbekannte Land. Außerdem erschien drei Jahre später ein Buch von ihm über dieselbe Thematik in Ost-Berlin. In Film und Buch sollten nicht nur die antiken Stätten und sonstige touristische Attraktionen, sondern insbesondere die Armut, die sozialen Gegensätze sowie die politische Abhängigkeit Griechenlands von den USA in den Vordergrund treten. Die Ansätze von Gass stießen auf unterschiedliche Kritik aus der Fachwelt und der Politik der DDR sowie von Seiten der dortigen griechischen Emigranten.

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Emilia Rofousou: "Einschätzung der auswärtigen Kulturpolitik der DDR im Rahmen ihrer Beziehungen zu Griechenland"

Die auswärtige Kulturpolitik der DDR war eine tragende Säule der Selbstdarstellung und Teil einer globalen Strategie, die auf das Ziel der internationalen staatlichen Anerkennung ausgerichtet war. Emilia Rofouzou geht in ihrem Vortrag den Fragen nach, inwiefern die kulturpolitischen Aktivitäten der DDR in Griechenland der gängigen Praxis gegenüber dem „kapitalistischen Ausland“ entsprachen und inwiefern sie zu einer kulturellen Profilierung des zweiten deutschen Staates in Griechenland beitrugen.

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Mary Ikoniadou: "Die griechischsprachige Presse in der DDR: Das Beispiel der Zeitschrift „Pyrsos“"

Die zwischen 1961 und 1969 in der DDR erschienene Zeitschrift Pyrsos (Die Fackel) verstand sich sowohl als Presseorgan der dortigen griechischen Migranten wie als Sachwalterin des internationalen Sozialismus. Mary Ikoniadou stellt in ihrem Vortrag die Entstehungs- und Produktionsbedingungen der griechischsprachigen Zeitschrift vor und analysiert die visuellen und textuellen Verfahren, durch die das Blatt seinen kulturpolitischen Auftrag realisierte.

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Eleni Varopoulou: "Das Theater der DDR aus einer griechischen Perspektive"

Als Theaterwissenschaftlerin, Theaterkritikerin und Übersetzerin ist Eleni Varopoulou seit den frühen 1980er Jahren immer wieder in Kontakt mit der Kulturszene der DDR. In ihrem Vortrag gibt sie einen persönlichen Einblick in ihre Beziehung zum DDR-Theater, ihre Bekanntschaft mit Heiner Müller und den nicht immer ganz reibungslosen Umgang mit den ostdeutschen Kulturfunktionären. (Vorgetragen von Konstantinos Kosmas)

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Thanassis Christou: "Petros Sokr. Kokkalis (1896-1962) und seine akademischen Errungenschaften in Berlin"

Der Mediziner Petros Sokr. Kokkalis war nicht nur aufgrund seiner Mitarbeit in der „Bergregierung“ während des griechischen Bürgerkriegs und der dortigen Koordination der Griechenlandkinder-Aktion, sondern auch wegen seiner späteren Tätigkeit  als Professor in Ost-Berlin und persönlicher Leibarzt Walter Ulbrichts  ein wichtiger Akteur in den deutsch-griechischen Beziehungen. Thanassis Christou versucht anhand von zahlreichen Dokumenten und Materialien, das Profil seines Wirkens nachzuzeichnen.

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Dieter Hoffmann & Giorgos Vlachakis: "Von Athen nach (Ost)Berlin: Der Physiker Achilles Papapetrou (1907-1997) in den Mühlen des Kalten Kriegs"

Achilles Papapetrou gehört zu den herausragenden griechischen Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Sein Lebensweg war für ein Jahrzehnt mit (Ost)Berlin verbunden. Dort erbrachten seine physikalischen Forschungen nicht nur Erkenntnisgewinn, sondern trugen außerdem zur Profilierung der theoretischen Physik in der DDR bei und stärkten das wissenschaftliche Profil der jungen DDR in der Systemauseinandersetzung mit der Bundesrepublik. Der Vortrag von Dieter Hoffmann und Giorgos Vlachakis dokumentiert die wissenschaftliche Tätigkeit Papapetrous in Berlin und untersucht die Gründe, aus denen er kurz nach dem Mauerbau das Land wieder in Richtung Frankreich verließ.

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Jürgen Werner: "Die Neogräzistik an der Universität Leipzig"

Die Neogräzistik an der Universität Leipzig blickt auf eine lange Tradition zurück. In seinem Vortrag stellt Jürgen Werner, der zwischen 1976 und 1990 als Leiter des Fachbereichs Antike Literatur/Neogräzistik tätig war, die jüngere Geschichte der neugriechischen Studien in Leipzig vor und gibt einen persönlichen Einblick in die Arbeitsbedingungen der DDR-Neogräzistik.

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Asteris Kutulas: "Mein griechisches Niemandsland DDR. Ein Leben zwischen Systemen, Ideologien, Sprachen, Kulturen, Ländern und Mauern"

Asteris Kutulas ist bekannt als Autor, Übersetzer, Filmemacher sowie als Event- und Musikproduzent. Als Sohn griechischer Emigranten in Rumänien kam er 1968 mit seiner Familie in die DDR, wo er zwischen 1979 und 1984 an der Universität Leipzig Germanistik, Geschichte und Philosophie studierte. In seinem Vortrag nimmt er seine persönlichen Erfahrungen zum Anlass, um der Konferenz einen „metaphysischen Unterbau“ zu geben.