Deutschland und Griechenland im Spiegel der Philosophiegeschichte. Transfers im 20. Jahrhundert (12.-13. September 2014)

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Miltos Pechlivanos: "Einführung in die Thematik der Konferenz"

Inwieweit haben die griechischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts an das deutsche philosophische und kulturkritische Denken von Kant über Marx und Heidegger bis Habermas angeknüpft, um sich ihrer intellektuellen Identität zu vergewissern und das Selbstverständnis Griechenlands mitzugestalten? Anhand dieses Fragenkomplexes gibt Miltos Pechlivanos eine Einführung in die Thematik der Konferenz und deren Verbindung zur Programmatik des Centrum Modernes Griechenland.

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Pavlos Sourlas: "Konstantinos Tsatsos: ein Rechtspositivist neukantianischer Prägung an der Universität Athen"

Pavlos Sourlas erläutert die philosophische Fundierung der griechischen Rechtslehre bei Konstantinos Tsatsos und ihre Entwicklung von einem Rechtspositivismus neukantianischer Prägung zu einem von der Philosophie Hegels inspirierten idealistischen Modell.

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Konstantinos Papageorgiou: "Die Politik im Spätwerk von Konstantinos Tsatsos"

Am Leitfaden des Buches Politik, Theorie der politischen Deontologie (Πολιτική, θεωρία πολιτικής δεοντολογίας, 1965) rekonstruiert Konstantinos Papageorgiou das ‚epistemische‘ Demokratie- und Politikverständnis im Spätwerk von Konstantinos Tsatsos.

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Georgia Apostolopoulou: "Panagiotis Kanellopoulos als kritischer Schüler von Karl Jaspers"

Der Politiker, Rechtswissenschaftler und Philosoph Panagiotis Kanellopoulos gehörte zu den ersten griechischen Vermittlern der Philosophie von Karl Jaspers. Die werkbiographische Untersuchung von Georgia Apostolopoulou nimmt diese Vermittlungstätigkeit genauer in den Blick und schlägt dabei einen Bogen von Kanellopoulos’ Studium in Heidelberg über seine Mitarbeit in der griechischen Zeitschrift Archiv für Philosophie und Wissenschaftstheorie (Αρχείο Φιλοσοφίας και Θεωρίας των Επιστημών) bis zu der Monographie Prolegomena zur Metaphysik (Μεταφυσικής Προλεγόμενα, 1953).

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Giorgos Xiropaidis: "Holzwege: Kants 3. Kritik in der zeitgenössischen griechischen Philosophie"

Vorgetragen von Giorgos Faraklas, stellt die Untersuchung von Giorgos Xiropaidis die griechische Rezeption Immanuel Kants bei Gelehrten wie Konstantinos Tsatsos, Panagiotis Kanellopoulos, Ioannis Theodorakopoulos, Panagiotis Kondylis und Kosmas Psychopedis als paradigmatisches Feld zur Erforschung des griechischen Moderne-Diskurses vor.

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Konstantinos Kavoulakos: "Georg Lukács’ Einfluss auf Cornelius Castoriadis’ Praxisphilosophie"

Angesichts des nicht gerade reibungslosen Verhältnisses zwischen Cornelius Castoriadis und dem Marxismus mag eine Untersuchung zum theoretischen Einfluss von Georg Lukács auf den griechischen Philosophen zunächst fragwürdig erscheinen. Der Vortrag von Konstantinos Kavoulakos versucht diese Vorbehalte zu widerlegen, indem er zu zeigen versucht, dass die kritische Version des Marxismus, die Lukács in den 1920er Jahren entwarf, „unauslöschliche Spuren“ in der frühen Praxisphilosophie von Castoriadis hinterließ.

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Giorgos Sagriotis: "Die griechische Rezeption kritischer Theorie. Anfänge, Gegenwart und Zukunft"

Giorgos Sagriotis geht in seinem Vortrag von der These aus, dass sich die griechische Rezeption der Frankfurter Schule zwar durch zahlreiche Übersetzungen belegen lasse, die jedoch zu keiner wirklich produktiven Aufnahme ihrer Theorie gekommen sei. Vielmehr beschreibt er diese Aufnahme als einen Prozess, in dessen Verlauf die „Kritische Theorie“ zur „kritischen Theorie“ ohne einen festen inhaltlichen und begrifflichen Kern geworden sei.

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Giorgos Faraklas: "Machtanspruch und Relativismus. Zum Weberschen Philosophen Panagiotis Kondylis"

Panagiotis Kondylis verstand sich selbst als Denker, der die Soziologie Max Webers philosophisch reflektierte. Giorgos Faraklas zufolge geht die Identifikation mit der Soziologie Webers in den Schriften des „Weberianers“ Kondylis dabei teilweise so weit, dass Letzterer eigene Vorstellungen in das Werk des Deutschen Soziologen hineinprojiziert, ein Vorgang, der exemplarisch an Kondylis’ Rezeption des Weber’schen Werterelativismus nachvollzogen wird.

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Panagiotis Thanassas: "Varianten des Dezisionismus: erste, vorläufige Überlegungen zum Verhältnis von Carl Schmitt und Panagiotis Kondylis"

Der Vortrag von Panagiotis Thanassas zeichnet das Spannungsfeld von Abgrenzung und Annäherung nach, in dem Panagiotis Kondylis das Denken von Carl Schmitt, dem „Philosophen des Nationalsozialismus“, rezipierte. Berührungspunkte werden dabei vor allem in der politischen Theorie des Dezisionismus ausgemacht.

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Giorgos Iliopoulos: "Vergangenheitsbewältigung mit Blick auf die Zukunft: die Rezeption der griechischen Antike bei P. Kondylis und K. Psychopedis"

Sowohl in den Texten von Panagiotis Kondylis wie auch in denen von Kosmas Psychopedis spielte der Rückbezug auf die Antike eine wichtige Rolle. Giorgos Iliopoulos zeigt in seinem Vortrag, dass dieser Rückbezug nicht zuletzt durch die deutsche Perspektive der beiden Denker geprägt war.

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Aliki Lavranou: "Politik in den Begriffen: Zur Dialektik von Aufklärung und Gegenaufklärung in Griechenland"

Die kritische Konzeption der Rationalität in Kosmas Psychopedis’ 1997 erschienenem Buch Politik in den Begriffen (Πολιτική μέσα στις έννοιες) dient Aliki Lavranou als Untersuchungsgegenstand, von dem aus der Transfer eines deutschen Projektes, der Kritischen Theorie, in den griechischen Rezeptionszusammenhang erörtert wird.

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Andreas Poltermann: "Kosmas Psychopedis im Streit der Fakultäten"

Ausgehend von persönlichen Erfahrungen aus dem Göttinger Seminar von Kosmas Psychopedis, untersucht Andreas Poltermann in seinem Vortrag den Konflikt um die Besetzung des Lehrstuhls für politische Philosophie an der Panteion Universität (1981/82). Die Besetzung mit dem Theologen Christos Giannaras interpretiert er als bewusste Entscheidung gegen das von Psychopedis vertretene politische und wissenschaftliche Reformprogramm.

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Mariliza Mitsou: "Ephemerer Wissenstransfer? Die deutsche Philosophie in griechischen Zeitschriften der 1970er Jahre"

Im Rückgriff auf eine lange Tradition, die bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht, widmet sich Mariliza Mitsou dem deutsch-griechischen Philosophietransfer in verschiedenen Zeitschriften der 1970er Jahre. Die dortige Übersetzung und kommentierende Aufnahme sprach-, literatur- und gesellschaftstheoretischer Ansätze bewertet sie als einen wichtigen Beitrag zur Beschleunigung des griechischen philosophischen Denkens.

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Dimitris Karydas: "Vermittlungen deutscher Philosophie in Griechenland nach 1974: Dialektik der Aufklärung oder Diskursformation?"

Die Fragestellungen der Konferenz resümierend, unternimmt Dimitris Karydas den Versuch, anhand der Doppelperspektive begriffsgeschichtlicher und diskursanalytischer Überlegungen die Strategien und Erträge des jüngeren deutsch-griechischen Philosophietransfers zu bewerten.