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Call for Papers: "Deutsch-griechische Verflechtungen in den Künsten von 1821 bis 2021"

Call for Papers

Das Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) der Freien Universität Berlin veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für deutsch-griechische Beziehungen (EMES) im Mai / Juni 2021 das vierte Forschungstreffen im Rahmen des Projekts „Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen“. Damit setzten wir die Reihe unserer Konferenzen fort, die zur Produktion von Essays für die Entwicklung des Online-Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen dienen, sodass bestehendes Fachwissen für eine breitere Öffentlichkeit systematisiert und aufbereitet wird und gleichzeitig Unbekanntes oder Umstrittenes aufgedeckt wird, aus dem sich Perspektiven für die künftige Forschung ergeben. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wird die Konferenz in wöchentlichen Arbeitstreffen ab dem 12. Mai 2021 abgehalten.

„Deutsch-griechische Verflechtungen in den Künsten von 1821 bis 2021“

Webex, ab dem 12. Mai 2021

 Zum Hintergrund

Den Rahmen der Konferenz bildet die Entwicklung des Online-Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen (ComDeG), das mittlerweile voll funktionsfähig online ist (comdeg.eu) und stetig mit Inhalten angereichert wird. Das Online-Compendium ist ein zweisprachiges, frei zugängliches Referenzwerk, das eine breite Öffentlichkeit mit verlässlichen Informationen über die historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Verflechtungen versorgt, die den deutsch- und den griechischsprachigen Raum seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert miteinander verbinden. Die Beiträge des vierten wissenschaftlichen Arbeitstreffens werden im Laufe des Jahres 2021 im Compendium veröffentlicht werden.

Die bewusste Entscheidung für den Plural der Verflechtungsgeschichten spiegelt sich nicht nur in der programmatischen Interdisziplinarität des Werkes (und in der Vermittlung von Fachwissen an die Öffentlichkeit und zwischen den Wissenschaftszweigen, von Philosophie und Politik-, Sozial-, Wirtschafts-, und Geschichte, von den Rechts- und Sozialwissenschaften bis hin zur Kunstgeschichte) wider, sondern bestimmt auch die Architektur des Compendiums. Dessen Essays sind in drei Typen unterteilt: Mikrogeschichten, Makrovorgänge und Metanarrative. Hierbei handelt es sich um unterschiedliche perspektivische Fokussierungen auf das historische Material, die es erlauben, die unterschiedlichen Faktoren aufzuzeigen, die sich zu verschiedenen Zeiten miteinander verflochten und zu einer vielseitigen gemeinsamen Geschichte zusammengefügt haben.

Die Konferenz

Bei den Konferenzen „Deutsch-griechische Verflechtungen zur Zeit König Ottos“, „Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871-1941)“ und „Die Erneuerung der deutsch-griechischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ konzentrierten sich die Beiträge, natürlich nicht ohne Ausnahmen, hauptsächlich auf die Verflechtungen des deutsch- und griechischsprachigen Raumes in der Politik- und Geistesgeschichte. Mit der Konferenz „Deutsch-griechische Verflechtungen in den Künsten von 1821 bis 2021“ rücken die Verflechtungen in den Künsten in den Vordergrund: Architektur und bildende Künste, darstellende Künste und Kino, Musik und Literatur.

Folgen die künstlerischen Wechselbeziehungen dem historischen Verlauf der politischen und geistigen Verflechtungen? Fungieren sie zuweilen als Antriebskraft für Wendungen in den bilateralen Beziehungen? Und in welchem Maße wurden die dunklen Seiten der gemeinsamen Geschichte in der Kunst selbst reflektiert und verarbeitet? Welchen Widerhall fanden einzelne künstlerische Strömungen aus dem deutschsprachigen Raum wie z.B. der Wagnerismus oder Brechts Episches Theater im griechischen künstlerischen Feld und welches Gewicht hatte die Rezeption z.B. der deutschen Klassiker oder auch Heines in der griechischen Literatur und Musik? Und wie wurden auf der anderen Seite in Deutschland die Texte griechischer Lyriker und Prosaisten gelesen, die in den Kanon der Weltliteratur eingegangen sind bzw. die den Anschein erweckten in diesen einzugehen, wie wurden die Filme von Angelopoulos oder die Vertonungen von Theodorakis rezipiert?

Welche Mikrogeschichten lassen sich über diese Art deutsch-griechischer Verflechtungen erzählen, wie hat beispielsweise A. R. Rangavis die griechische Literatur als Botschafter in Berlin im 19. Jahrhundert gefördert, welchen Beitrag leistete die deutschsprachige Zeitschrift Ausblicke aus Thessaloniki, oder wie, wenn überhaupt, hat sich eine zweisprachige „Migrationsliteratur“ entwickelt? Welche institutionellen Makrovorgänge müssen in der Betrachtung der gegenseitigen Verflechtungen hervorgehoben werden, seien dies deutsche Institutionen in Griechenland (welche Bedeutung hatte z.B. in der Nachkriegszeit das DAAD-Austauschprogramm für die griechischen Literaten und Künstler) oder deutsche Beispiele künstlerischer Ausbildung und damit einhergehende kulturelle Transfers (von der Münchner Schule bis zur Ästhetik des Bauhaus)? Welche Stereotype und Bilder des Anderen wurden, um diese zu bestätigen oder zu widerlegen, in das Feld der Kunst übertragen, und welche Konfrontationen haben bei diesen Verflechtungen mitgewirkt – man denke allein an die deutschen Diskussionen über Philhellenismus oder an die griechischen Auseinandersetzungen bezüglich des „Deutschen“ in der griechischen Kunst.

Wichtige Termine für die Teilnahme an der Konferenz
  • Einreichung der Vortragsexposés (ca. 500 Wörter): bis 28. Februar 2021
  • Information über die Annahme oder Ablehnung des eingereichten Exposés: bis 31. März 2021
  • Einreichung der Essays, die im Rahmen der Konferenz diskutiert werden und die im Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen veröffentlicht werden: bis 25. April 2021
  • Durchführung der Konferenz: ab 12. Mai 2021

Konferenzsprachen: Griechisch und Deutsch.
Ihr Exposé schicken Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse: z.stoikou@fu-berlin.de