Digitale Wissensbasis zum deutsch-griechischen Wissens- und Kulturtransfer

Die deutsch-griechischen Beziehungen blicken auf eine lange Tradition zurück. Schlagworte wie der europäische Philhellenismus, die griechische ‚Bayernherrschaft‘, die nationalsozialistische Besatzungszeit Griechenlands während des 2. Weltkrieges, die Anwerbung griechischer Gastarbeiter durch die BRD und der deutsche Erfolg griechischer Schriftsteller wie Nikos Kazantzakis oder Petros Markaris vermitteln einen Einblick in die Bandbreite dieser Beziehungen. Gleichwohl beleuchten sie nur einen kleinen Teil der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austauschprozesse, die sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zwischen den deutschen und griechischen Kulturräumen vollzogen haben.

Um diesen Facettenreichtum sichtbar zu machen, konzipiert das Centrum Modernes Griechenland eine digitale Wissensbasis, die ein breites Informationsnetzwerk zum Thema des deutsch-griechischen Wissens- und Kulturtransfers bereitstellen wird. Gemäß dem Ansatz der Kulturtransferforschung fokussiert die Wissensbasis auf die Akteure, Aktionsfelder und Vermittlungspraktiken, über die die deutsche und griechische Kultur in den letzten 200 Jahren in einen fruchtbaren Austausch miteinander getreten sind.

Die Inhalte der Wissensbasis umfassen bibliographische Daten, enzyklopädische Informationen sowie Text-, Bild- und Tondokumente und werden den Nutzerinnen und Nutzern über zwei Hauptebenen zugänglich gemacht:

  • Bibliographische Datenbanken zu den Themen: 1. Literatur zum deutsch-griechischen Kulturtransfer, 2. Neugriechisch-deutsche Übersetzungen, 3. Deutsch-neugriechische Übersetzungen, 4. Deutschsprachige Literatur über Griechenland, 5. Griechischsprachige Literatur über Deutschland.
  • Eine Lemma-Sammlung zu den Akteuren und Aktionsfeldern des deutsch-griechischen Wissens- und Kulturtransfers. Die Lemmata enthalten ein Schlagwortverzeichnis zu Lebens- und Wirkungsdaten, Transferbereichen (z.B. Politik, Wissenschaft, Literatur), Vermittlungspraktiken (z.B. Übersetzung, Adaption, Unterricht) und Netzwerk (verbundene Akteure/Aktionsfelder) sowie eine dynamische Literaturliste, die bei Aufruf aus den Einträgen der bibliographischen Datenbanken erzeugt wird.

Die bibliographischen Einträge und Lemmata sind durch ein umfassendes Tagging so miteinander verbunden, dass sie ein dynamisches Informationsnetzwerk bilden. Die Navigation in diesem Netzwerk kann entweder über die gezielte Recherche per Suchfeld, das Durchstöbern der einzelnen Informationsebenen oder über die Schlagwortkataloge erfolgen, über die die bibliographischen und enzyklopädischen Einträge miteinander verbunden sind. Über ein Schaufenster können sich die Nutzerinnen und Nutzer der Wissensbasis zudem über die aktuelle Forschungsarbeit sowie die Aktivitäten im Umkreis der Wissensbasis informieren.

Als work in progress ist die digitale Wissensbasis nicht zuletzt auf die externe Versorgung mit Inhalten und Ideen angewiesen. Um die Forschungsarbeit im Bereich des deutsch-griechischen Wissens- und Kulturtransfers anzuregen, setzt das CeMoG auf die Organisation von Tagungen und Workshops, die Vernetzung mit deutschen und griechischen Bildungseinrichtungen, aber auch auf die finanzielle Unterstützung einschlägiger Forschungsprojekte. Daneben soll die Wissensbasis als Netzwerk und Publikationsplattform für Nachwuchswissenschaftler dienen, die verschiedene Aspekte der deutsch-griechischen Beziehungen erforschen. Einsendungen und Hinweise auf entsprechende Forschungsarbeiten sind jederzeit willkommen!

Zum Nachlesen: Einblick in die Konzeption und den aktuellen Stand der CeMoG-Wissensbasis (aus dem CeMoG-Newsletter #04)