Offene Briefe

11.06.2017

Die Gattung des offenen Briefs blickt auf eine lange Tradition zurück; adressiert an eine meist bekannte Persönlichkeit, war er doch eigentlich – mit einem Augenzwinkern – für ein breiteres Publikum gedacht. Der Adressat war ja durch die Offenlegung des Inhalts nicht mehr der eigentliche – der offene Brief, ein Diskurs der Abwesenheit. Ob Aufruf, Provokation oder Protest, war und ist er eine besondere Form des offenen Dialogs, ein Forum, ein Ansporn zum Austausch. Und dadurch ein willkommenes Format für die Edition Romiosini des CeMoG, das sich genau als das versteht: eine Agora, ein Ort des Dialogs und der Zirkulation von Ideen.

Die Edition Romiosini veröffentlicht zweimal im Jahr, anlässlich des Sommer- und Winterfestes, offene Briefe griechischer Autorinnen und Autoren an Kolleginnen und Kollegen jenseits ihrer Grenzen.

Helene Varopoulou an Heiner Müller

Helene Varopoulou: Brief an Heiner Müller

Helene Varopoulou: Brief an Heiner Müller

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Γράμμα στον Χάϊνερ Μύλλερ")

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Γράμμα στον Χάϊνερ Μύλλερ")

"Verehrter Heiner Müller, lieber Heiner,
[…] Ein abgründiger Satz von Dir hat sich mir eingeprägt: „Wir sind bei uns noch nicht angekommen, solange Shakespeare unsere Stücke schreibt.“ Tatsächlich habe ich das Gefühl, du beschreibst unsere Gegenwart, wenn du über sein Theater sagst: „Nie zuvor sind die Interessen so nackt aufgetreten, ohne den Faltenwurf, das Kostüm der Ideen.“..."

Die Theaterwissenschaftlerin, Übersetzerin und Kuratorin [Helene Varopoulou] hat Heiner Müller mehrfach ins Griechische übersetzt und gut gekannt. Anlässlich des ersten Sommerfestes der Edition Romiosini (2016) schrieb sie einen Brief an den Dichter und initiierte somit die Reihe Offene Briefe.

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Petros Markaris an Theo Angelopoulos

Petros Markaris: Brief an Theo Angelopoulos

Petros Markaris: Brief an Theo Angelopoulos

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Πέτρος Μάρκαρης προς Θόδωρο Αγγελόπουλο")
Übersetzung aus dem Griechischen von Michaela Prinzinger.

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Πέτρος Μάρκαρης προς Θόδωρο Αγγελόπουλο")
Übersetzung aus dem Griechischen von Michaela Prinzinger.

Der Autor Petros Markaris schrieb Drehbücher für und mit Theo Angelopoulos und war ein langjähriger Weggefährte des weltweit bekannten Regisseurs. Sein offener Brief an ihn, fünf Jahre nach seinem Tod, ist eine Reflexion über die Migration in und nach Europa.

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Haris Vlavianos an Ezra Pound

Haris Vlavianos: Brief an Ezra Pound

Haris Vlavianos: Brief an Ezra Pound

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Χάρης Βλαβιανός προς Έζρα Πάουντ"). Übersetzung aus dem Griechischen von Torsten Israel.

Zweisprachige Ausgabe: deutsch und griechisch ("Χάρης Βλαβιανός προς Έζρα Πάουντ"). Übersetzung aus dem Griechischen von Torsten Israel.

"Verehrter Heiner Müller, lieber Heiner,
[…] Ein abgründiger Satz von Dir hat sich mir eingeprägt: „Wir sind bei uns noch nicht angekommen, solange Shakespeare unsere Stücke schreibt.“ Tatsächlich habe ich das Gefühl, du beschreibst unsere Gegenwart, wenn du über sein Theater sagst: „Nie zuvor sind die Interessen so nackt aufgetreten, ohne den Faltenwurf, das Kostüm der Ideen.“..."

Die Theaterwissenschaftlerin, Übersetzerin und Kuratorin [Helene Varopoulou] hat Heiner Müller mehrfach ins Griechische übersetzt und gut gekannt. Anlässlich des ersten Sommerfestes der Edition Romiosini (2016) schrieb sie einen Brief an den Dichter und initiierte somit die Reihe Offene Briefe.

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