Sommerfest der Edition Romiosini (Sonntag, 3. Juni, 17:00 - 22:00 Uhr)

01.06.2017

Sonntag, 3. Juni 2018, 17:00 - 22:00 Uhr

Programm rund um die Bücherwelt der Edition Romiosini
Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin-Kreuzberg

Die Edition Romiosini feiert am Sonntag, dem 3. Juni 2018 ihr fünftes Bücherfest. Mit den Autorinnen Maria Topali und Alki Zei sowie mit dem Übersetzer Torsten Israel. Im Fokus stehen drei unserer neuesten Publikationen: der (mittlerweile fünfte) Offene Brief, diesmal von der Lyrikerin und Übersetzerin Maria Topali an Rainer Maria Rilke, die Anthologie zeitgenössischer Lyrik Dichtung mit Biss, hg. von Maria Topali und übersetzt von Torsten Israel, sowie der Roman Die Verlobte des Achilles von Alki Zei, übersetzt von Birgit Hildebrand.

In unserer Online Bibliothek können Sie bereits jetzt die Bücher der Edition Romiosini entdecken.

Edition Romiosini / CeMoG

PROGRAMM 17:00 Uhr: Offener Brief: Maria Topali an Rainer Maria Rilke

Ob Aufruf, Provokation oder Protest, der offene Brief war und ist er eine besondere Form des offenen Dialogs, ein Forum, ein Ansporn zum Austausch; und daher ein willkommenes Format für die Edition Romiosini des CeMoG, das sich genau als das versteht: eine Agora, ein Ort des Dialogs und der Zirkulation von Ideen. Die Edition Romiosini veröffentlicht zweimal im Jahr offene Briefe griechischer Autorinnen und Autoren an Kolleginnen und Kollegen jenseits ihrer Grenzen. Auf dem Sommerfest liest Maria Topali ihren Brief an Rainer Maria Rilke vor.

"[...] Ich habe nicht die ganze Wahrheit gesagt (nie sagen wir die ganze Wahrheit). Ich kehre zum Anfang zurück, um ihn zu korrigieren. Weißt du, Rainer, auch mein Vater wollte Offizier werden. Und auch er hat es nicht geschafft, aber aus Gründen, die mit der Geschichte zusammenhängen, auf die du ein bisschen von oben herabsiehst. Aber als ich 27 Jahre alt war, kannte ich dich eben nicht nur aus den «Briefen an einen jungen Dichter». Ich kannte dich auch von einer Notiz, die kurz zuvor ein Geschenk begleitet hatte: «Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang» – Neun Wörter können ausreichen für die Geometrie einer ganzen Welt: das ist die Dichtung.
In ewiger Liebe
M."

»» Leseempfehlung: Offener Brief: Maria Topali an Rainer Maria Rilke, Edition Romiosini, 2018. Zweisprachige Ausgabe deutsch-griechisch. Übersetzung aus dem Griechischen von Dennis Püllmann.

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18:00 Uhr: Dichtung mit Biss

Die griechische Lyrik des 21. Jahrhunderts ist politisch, global und hält zugleich an ihrer zuweilen extremen Ortsgebundenheit fest. Und sie ist bahnbrechend, weil sie sich auf der Basis einer neuen, vom Internet geprägten Kollektivität mit der Performance verbindet. Die mehr als 50 Lyriker und Lyrikerinnen und über 100 Gedichte des Bandes Dichtung mit Biss stellen diese prägenden Eigenschaften der neuen griechischen Dichtung zur Diskussion. Hervorgetreten sind sie erstmals in der Zeit um die Jahrtausendwende, also lange vor dem Ausbruch der griechischen Krise. Teilweise haben sie diese gedanklich vorweggenommen, teilweise sich im Laufe der Zeit dynamisch an ihr gemessen.

Die Herausgeberin Maria Topali diskutiert mit dem Übersetzer Torsten Israel.

»» Buchempfehlungen:

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19:00 Uhr: Stationen des neugriechischen Theaters: Vicenzos Cornaros & Anagnostaki, Chaviara/Kechaidis, Maniotis

Die Edition Romiosini eröffnet die Theater-Reihe mit drei Titeln, die ihren Stempel in der zeitgenössischen Dramaturgie hinterlassen haben: Loula Anagnostakis Die Kassette spricht von der Zerrissenheit zwischen einem banalen, konventionellen, Leben und der Suche nach einer bisher unterdrückten authentischen Existenz in Form einer extremen Tat; die bittere Satire Mit Power von Kifissia von Eleni Chaviara und Dimitris Kechaidis besteht ausschließlich aus Frauenrollen und gehört zu den besten Bestandaufnahmen des blutleeren neugriechischen Bürgertums; und Jorgos Maniotis rechnet in seinem Gesunden Menschenverstand mit dem typisch südeuropäischen Familienmatriarchat ab.

Der Versroman Erotokritos gilt als das bedeutendste Werk der frühen neugriechischen Literatur und faszinierte die wichtigsten Autor*innen und Intellektuellen des zwanzigsten Jahrhunderts. Spyros Evangelatos gründete sein „Anti-Theater“ mit der Bühnenadaption dieses Werks, die nun in deutscher Übersetzung vorliegt.

Die Theaterwissenschaftlerin Marina Agathangelidou präsentiert die vier Texte.

»» Buchempfehlungen:

  • Loula AnagnostakiDie Kassette. Aus dem Griechischen übersetzt von Nelly Weber und Niki Eideneier, mit einem Nachwort von Marina Agathangelidou. Edition Romiosini, 2018.

  • Eleni Chaviara, Dimitris KechaidisWie neugeboren oder Mit Power von Kifissia. Aus dem Griechischen übersetzt von Hans Eideneier, mit einem Nachwort von Marina Agathangelidou. Edition Romiosini, 2018.

  • Vicenzos CornarosErotokritos. (Bühnenfassung von Spyros Evangelatos). Aus dem Griechischen von Hans Eideneier, mit einer Einleitung des Übersetzers. Edition Romiosini, 2018.

  • Jorgos ManiotisGesunder Menschenverstand. Aus dem Griechischen übersetzt von Reinhard Heiduk und Katerina Liana, mit einem Nachwort von Marina Agathangelidou. Edition Romiosini, 2018.

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19:30 Uhr: Die Verlobte des Achilles und eine Grande Dame der neugriechischen Literatur

Dafni alias Eleni, wie sie unter den Partisanen heißt, verliebt sich in ihren Instrukteur, Achilles. Der Widerstandsheld muss fliehen, seine Verlobte bleibt zurück; sie taucht unter, wird verhaftet, kann trotzdem nach Rom fliehen, Achilles aber erst zwei Jahre später in die Sowjetunion folgen. Doch die Idealisierung des einstigen Helden und der gemeinsamen Ideologie zerbricht am realen Zusammenleben im Exil.

Erzählt wird rückblickend aus der Zeit des zweiten Exils in Paris während der Militärdiktatur, wo sich Dafni/Eleni nun mit ihrer Tochter allein durchschlägt. Mit einigen ehemaligen Parteigenossen und Freunden arbeitet sie als Komparsin am Filmset für einen Thriller und versucht in den Drehpausen, mit ihrem früheren Leben und ihren Idealen ins Reine zu kommen. Erzählt werden jedoch nicht bloß die Ereignisse, sondern auch die dichte Verflechtung politischer und individueller Geschichte, artikuliert von einer weiblichen Stimme, die das tradierte Bild der Geschichte in eine andere Perspektive stellt.

Die Autorin Alki Zei diskutiert mit Kostas Kosmas und mit dem Publikum.

»» Buchempfehlungen:

  • Alki ZeiDie Verlobte des AchillesAus dem Griechischen von Birgit Hildebrand. Edition Romiosini, 2018.

  • Dido SotiriouDer Auftrag. Aus dem Griechischen übersetzt von Eleni Florias, mit einem Nachwort von Maria Nikolopoulou. Edition Romiosini, 2018.

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20:00 Uhr: Filmvorführung

Der lange Spaziergang von Alki (Dokumentarfilm, Griechisch mit englischen Untertiteln, 2017, 90 Min., Regie: Margarita Manta)

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21:30 Uhr: Umtrunk und Musik



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