#Vorschau

14.01.2020

Olympos-Brauerei (Bildquelle: Rena Molho & Vilma Hastaoglou-Martinidis, Jüdische Orte in Thessaloniki. Ein historischer Rundgang, Berlin, Edition Romiosini, 2016, S. 26.)

Olympos-Brauerei (Bildquelle: Rena Molho & Vilma Hastaoglou-Martinidis, Jüdische Orte in Thessaloniki. Ein historischer Rundgang, Berlin, Edition Romiosini, 2016, S. 26.)

Eine Auswahl von Veranstaltungen, die das Centrum Modernes Griechenland für die kommenden Monate plant:

:: Salonika – das vergessene und wiederentdeckte „Jerusalem des Balkans“ — Vortrag von Dr. Andreas Poltermann mit anschließender Diskussion, 24. Januar 2020

:: Die literarische Sprache: Maria Topali, Jannis Doukas und Dimosthenis Papamarkos im Gespräch — Podiumsdiskussion, 13. Februar 2020

:: Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871–1941) — Internationale Konferenz in Athen, 1.–4. April 2020

Για το προσεχές διάστημα το Κέντρο Νέου Ελληνισμού (CeMoG) έχει προγραμματίσει τρεις εκδηλώσεις: στις 24 Ιανουαρίου (3 μέρες πριν από τη Διεθνή Ημέρα για το Ολοκαύτωμα) ο Andreas Poltermann θα μιλήσει για την εβραϊκή ιστορία της Θεσσαλονίκης, της σχεδόν ολοκληρωτικής της εξόντωσης και του αντισημιτισμού, καθώς και για την ανάδειξη αυτών των πτυχών τα τελευταία χρόνια, ύστερα από μια μακρά περίοδο αποσιώπησης. Με αφορμή τη Διεθνή Ημέρα Ελληνικής Γλώσσας οι συγγραφείς Μαρία Τοπάλη, Γιάννης Δούκας και Δημοσθένης Παπαμάρκος θα συζητήσουν στις 13 Φεβρουαρίου για τη γλώσσα της λογοτεχνίας. Επίσης, το CeMoG οργανώνει σε συνεργασία με το Εργαστήριο Ελληνογερμανικών Σχέδεων του ΕΚΠΑ συνέδριο στην Αθήνα με θέμα "Ελληνογερμανικές διασταυρώσεις από τη Γερμανική Αυτοκρατορία στην εισβολή της Βέρμαχτ στην Ελλάδα (1871-1941)" (1–4 Απριλίου).

Salonika  – das vergessene und wiederentdeckte „Jerusalem des Balkans“

Vortrag und Diskussion von und mit Dr. Andreas Poltermann (Berlin)
Datum:
Freitag, 24. Januar 2020, 18:00 Uhr
Ort: Seminarzentrum (L 115) der FU Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin

Salonika, Selânik, Solun, Saloniki, Thessaloniki – eine Stadt und viele Namen. Salonika, wie die sephardischen Juden die Stadt im Osmanischen Reich nannten, war über 400 Jahre eines der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens. Seit dem 19. Jahrhundert war sie sogar eine mehrheitlich jüdische Großstadt. Ihre Integration in den griechischen Staat 1912, ihre Umwandlung von einer osmanisch geprägten in eine modern bürgerliche Stadt, die deutsche Besatzung und der Holocaust haben nahezu alle Spuren jüdischen Lebens beseitigt. Nach Krieg und Bürgerkrieg wollte sich die Stadtgesellschaft Thessalonikis nicht mehr an den jüdischen Teil ihrer Vergangenheit erinnern. Das ist heute anders. Seit nunmehr 20 Jahren wird um die Erinnerung an das jüdische Salonika gerungen. Das Vergessen und der Antisemitismus von damals und heute bleiben nicht länger unwidersprochen.

Die literarische Sprache

Podiumsdiskussion mit Maria Topali, Jannis Doukas und Dimosthenis Papamarkos (Moderation: Christos Asteriou)
Datum:
Donnerstag, 13. Februar 2020, 18:00 Uhr
Ort: Seminarzentrum (L 116) der FU Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin

Sprache wird als lebendiger Organismus stets erweitert und neu definiert – ob im alltäglichen Gebrauch oder als literarisches Medium. Welche Sprachebenen stechen in der zeitgenössischen griechischen Literatur heraus? Während sich der Lyriker Jannis Doukas traditionellen Formen wie der des Sonetts bedient (auch um deren herkömmliche Grenzen zu erweitern), verzichtet Maria Topali oft auf metrische und klangliche Bindung. Der Prosa- und Drehbuchautor Dimosthenis Papamarkou schafft seine literarische Sprache aus dem arvanitischen Idiom oder lässt sich vom modernen Slang inspirieren.

Anlässlich des Internationalen Tages der Griechischen Sprache diskutieren die drei AutorInnen miteinander und mit dem Publikum über Traditionen, Grenzen und Möglichkeiten der griechischen Sprache. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Hellenischen Republik in Deutschland statt.

Internationale Konferenz
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871-1941)

1.–4. April 2020, Athen

Das Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) der Freien Universität Berlin organisiert in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für deutsch-griechische Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias Universität Athen vom 1. bis 4. April 2020 eine Internationale Konferenz über die deutsch-griechischen Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (1871-1941). Die Konferenz wird im Rahmen der Entwicklung des Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen in Athen stattfinden.

Die Konferenz widmet sich einem Zeitraum der deutsch-griechischen Verflechtungen, der bislang nur wenig erforscht wurde. Die außerordentlich schwierigen zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland, die durch die Ereignisse des Ersten Weltkriegs und in besonders dramatischer Weise durch die deutsche Besatzung Griechenlands im Zuge des Zweiten Weltkriegs geprägt wurden, hielten beide Seiten nicht von einer Fortführung und Vertiefung der bilateralen Kontakte und des gegenseitigen Austauschs ab, der bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Über den gesamten Zeitraum hinweg übten die politischen und gesellschaftlichen Ideale der deutschen „Bildung“, die sich ihrerseits auf das antike Griechenland bezog, eine gewaltige Strahlkraft auf das zeitgenössische Griechenland aus. Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.

Diese Vorbildfunktion Deutschlands bildete die Grundlage für eine Vielfalt gegenseitiger Verflechtungen, die sich nicht allein auf politische und wirtschaftliche Prozesse reduzieren lassen. So sehr letztere auch einen bedeutsamen Faktor für die Gestaltung der deutsch-griechischen Verflechtungen in diesem Zeitraum darstellten, wurden diese doch oftmals durch den Bezug auf die deutsche Bildung ergänzt und eingerahmt – und das in weitaus größerem Umfang, als dies bei den vormals oder nachher dominanten Modellen der französischen, britischen oder italienischen Bildung der Fall war. Die Kulturpolitik des Deutschen Reiches und die Stipendienvergabe, die v. a. nach dem Ende des 19. Jahrhunderts einsetzt, befördern die Fortsetzung von Verbindungen, die bis in die Zeit König Ottos zurückreichen. Die Bedeutung der Studien an deutschen Universitäten wird sich auch nach den traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs unvermindert fortsetzen. Gleichzeitig bilden die ökonomischen Beziehungen die Basis sowohl für den Transfer von Technologie wie von Konsumgütern. Selbstverständlich verfolgen auch die griechischen Architekten die Entwicklungen in ihrem Bereich stets mit dem Blick auf die aktuellen deutschen Strömungen. Im 19. Jahrhundert lernten sie den Neoklassizismus zu schätzen. In der Zwischenkriegszeit zeigten sie sich bereitwillig, den formalen und bautechnischen Vorbildern der deutschen Moderne zu folgen. Entsprechende Entwicklungen lassen sich auch in der Literatur mit der Debatte über die „Nordmanie“ der jungen Generation, in den Bildenden Künsten und in der Musik feststellen, aber auch in den Sozial- und Rechtswissenschaften. Nicht unerheblich sind auch die deutschen Bezüge auf den Gebieten der Medizin, der Naturwissenschaften und selbst der Theologie.

Viele dieser Aspekte der deutsch-griechischen Verflechtungen sind bislang nicht ausreichend erforscht worden. Das Ziel der Konferenz besteht sowohl in der Systematisierung des bestehenden Wissens wie auch die Erschließung neuer Forschungsfelder durch innovative, quellenbasierte Forschungsbeiträge, die im Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen veröffentlicht werden.