#Wissenswert

14.01.2020

Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen

Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen

Das Centrum Modernes Griechenland der Freien Universität Berlin organisiert in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für deutsch-griechische Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias Universität Athen eine internationale Konferenz zum Thema "Die Erneuerung der deutsch-griechischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg". Das Ziel der Tagung, die vom 2. bis 4. November 2020 in Athen stattfinden wird, besteht darin, die bilateralen Verflechtungen zwischen Griechenland und Deutschland vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die heutige Zeit zu erforschen. Hierbei wird es ebenso um die Tätigkeiten politischer, wirtschaftlicher und intellektueller Eliten wie um die persönlichen Erfahrungen auf den Ebenen sozialer Kontakte, breiterer gesellschaftlicher Netzwerke, des Konsums und der gegenseitigen Wahrnehmung gehen. Lesen Sie hier den Call for Papers (Deadline: 15. Mai 2020).

Το CeMoG οργανώνει σε συνεργασία με το Εργαστήριο Ελληνογερμανικών Σχέσεων (ΕΜΕΣ) του ΕΚΠΑ συνέδριο με θέμα «Η μεταπολεμική ανανέωση των ελληνογερμανικών σχέσεων», το οποίο θα πραγματοποιηθεί στην Αθήνα στις 2–4 Νοεμβρίου 2020. Προτάσεις για δοκίμια (περίληψη 500 περίπου λέξεων), που θα συζητηθούν στο συνέδριο, αποστέλλονται έως τις 15 Μαΐου 2020 στην εξής διεύθυνση ηλεκτρονικού ταχυδρομείου: z.stoikou@fu-berlin.de.

Call for Papers: „Die Erneuerung der deutsch-griechischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg“ (Deadline: 15. Mai 2020)

In der europäischen Neuordnung der Nachkriegszeit, in Zeiten des Kalten Krieges, der weltweit rasanten, jedoch ungleich verlaufenden Entwicklung und radikalen Veränderung des Alltagslebens war das, was Griechenland und das damals geteilte Deutschland besonders eng miteinander verband, die in den 1950er Jahren einsetzende Massenmigration von Arbeitskräften in den westlichen Teil des Landes.

Für viele griechische Bürger, die den schwächsten Schichten der griechischen Gesellschaft entstammten, wurde diese Verbindung auf dem stärksten Fundament errichtet: auf Erfahrungen des alltäglichen Zusammenlebens und auf den grundlegenden Resozialisierungsprozessen, die ein langes Arbeitsleben in einem fremden Land mit sich bringen. Griechenland hat es geschafft, von den Erinnerungen an die Grausamkeiten der deutschen Besatzungstruppen zur wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit innerhalb des gemeinsamen Marktes überzugehen und sich aus freien Stücken der gleichen Währung wie die ehemaligen Besatzer anzuschließen. Auch stellt heute trotz der europäischen Schuldenkrise und der daraus resultierenden Turbulenzen die politische Zusammenarbeit eine Selbstverständlichkeit dar – sowohl auf zwischenstaatlicher Ebene als auch auf der Ebene von Parteivertretern oder Bewegungen, die zu transeuropäisch gebildeten politischen Familien gehören.

Die Möglichkeit zu engen Beziehungen, die auch nach den populistisch motivierten gegenseitigen Anfeindungen in beiden Ländern nicht aufgegeben wurden, beruht nicht allein auf den Entscheidungen der jeweiligen politischen Führung, sondern vor allem auf der gegenseitigen Kenntnis bedeutender Bevölkerungsteile in beiden Ländern. Hierzu trug nicht nur der Massentourismus, sondern auch die bedeutsame Zunahme von deutschen Bürgerinnen und Bürgern deutscher Herkunft bei, die Griechenland zu ihrem ständigen Wohnsitz gemacht haben. Trotz dieser beinahe symbiotischen Entwicklung bleiben starke Ambivalenzen bestehen, die insbesondere vor dem psychologischen Hintergrund der deutsch-griechischen Beziehungen zentrale Probleme der europäischen Integrationspolitik sichtbar machen. Symptomatisch hierfür ist das regelmäßige Heraufbeschwören der dunklen Vergangenheit, etwa mit Blick auf die Frage der Zwangsanleihe, und das damit einhergehende öffentliche Interesse. Selbstverständlich existiert auch eine Ebene des Realismus, die sich nicht zuletzt aus der politischen Bedeutung Griechenlands im Rahmen der NATO und der Europäischen Union, aber auch aus der Bedeutung der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen für Griechenland speist. Die geistigen Beziehungen lassen auch in der Nachkriegszeit nicht nach und bleiben auf vielen Feldern von Wissenschaft und Kunst relevant. Doch aufgrund des mittlerweile klaren Vorranges angelsächsischer Bildung sind diese Beziehungen nicht mehr mit der Dynamik bis zum Ende der Zwischenkriegszeit zu vergleichen.

Das Ziel der Konferenz besteht darin, die Bereiche der Verflechtungen zwischen Griechenland und Deutschland vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die heutige Zeit zu erforschen und die Bedeutung dieser Bereiche für die Richtungen der gegenseitigen Wechselwirkungen und die bilaterale Zusammenarbeit zu analysieren.

Sie wollen sich mit einem wissenschaftlichen Beitrag an der Konferenz beteiligen? Dann reichen Sie noch bis zum 15. Mai 2020 Ihr Vortragsexposé (ca. 500 Wörter) unter der E-Mail-Adresse z.stoikou@fu-berlin.de ein. Die Konferenzsprachen sind Griechisch und Deutsch.