#Lesestoff

30.01.2019

Alki Zei „Der nächtliche Spaziergang von Oma“

Alki Zei „Der nächtliche Spaziergang von Oma“

Ein Leben mit einem Film zu vergleichen ist relativ üblich. Dennoch können wir nicht umhin, Alki Zeis Leben und Werk filmisch zu betrachten. Nicht nur, weil ihr Hauptwerk Die Verlobte des Achilles wie ein Drehbuch konzipiert ist, sondern auch, weil ihr Lebensweg bestes filmisches Material ist; der Dokumentarfilm von Margarita Manta Der lange Spaziergang von Alki, den wir auf unserem Bücherfest im Juni 2018 zeigten, ist der beste Beweis dafür. An den Titel dieses Films knüpft der kurze Text an, den Alki Zei speziell für unseren Newsletter geschrieben hat, eine Traumszene, geschrieben in der Manier eines Scripts, in der die Autorin über ihr langes, abenteuerliches und erfülltes Leben nachsinnt.

Τον περασμένο Ιούνιο προβλήθηκε στη Γιορτή Βιβλίου της Edition Romiosini το ντοκιμαντέρ της Μαργαρίτας Μαντά για την Άλκη Ζέη. Η ίδια η συγγραφέας συνεχίζει τον περίπατο γράφοντας ένα σενάριο ταινίας μικρού μήκους με τίτλο Ο νυχτερινός περίπατος της γιαγιάς, που δημοσιεύεται εδώ για πρώτη φορά.

„Der nächtliche Spaziergang von Oma“. Drehbuch für einen Kurzfilm

Brüssel. Dämmerung. Ein kleines Wohnzimmer. Die Tür geht auf, die Oma tritt ein. Sie geht langsam, mit einem Buch in ihren Händen.

Sie geht auf einen Sessel vor einem großen Glasfenster zu und setzt sich. Der Titel des Buches heißt Die Melancholie des Igels. Das Buch liegt geschlossen auf ihren Beinen.

Sie trägt einen weißen Pullover. Oben rechts ist eine Brosche zu sehen. Die Brosche stellt einen Vogel dar, gebastelt aus roten und schwarzen Glasperlen.

Die Oma steht auf und lässt das Buch auf dem Sessel zurück.
Sie schaut zum Fenster hinaus. Da ist ein kleiner Garten, umringt von einer hohen Mauer aus schneeweißen Ziegelsteinen. Auf seiner Spitze glänzen die Dachziegel.

Zwei Katzen, eine graue, eine rote, streunen darauf herum. Dann bleiben sie in der Mitte stehen und spielen miteinander. Es wird dunkler.
Die weiße Wand ist klar zu sehen.

Irgendwo an der Mauer ist eine weiße Leiter angelehnt. Jetzt ist es stockdunkel.

Die Oma öffnet die Tür und tritt in den Garten hinaus.
Das Licht aus dem Zimmer wirft ein schwaches Licht in den Garten.

Sie geht schnell auf die Leiter zu und macht sich daran, gemächlich hinauf zu steigen. Sie dreht sich um und setzt sich auf die letzte Stufe.

Nun ist es richtig dunkel geworden. Über der Mauer hopsen kleine Lichtchen hin und her. Die Augen der Katzen.
Zwei Lichter auf der Spitze der Leiter, etwas größer: die Augen der Oma.

Plötzlich ist die Leiter finster. Die Augen der Oma leuchten nicht mehr. Ihr Schatten gleitet langsam die Leiter hinunter, sehr langsam. Ein Lichterstrauß auf der Spitze der Leiter.

Nun ist es Morgen und hell.
Eine kleine schwarzweiße Katze steht auf der Spitze der Leiter, sieht unentschlossen aus. Sie läuft die Leiter hinunter.

Auf einer der Stufen findet sie etwas und fängt es mit dem Maul.
Sie läuft die Leiter flink hinunter.

Sie lässt ihr Fundstück auf einem Stein.
Sie stoßt es mit dem Bein an, zum Spielen, doch sie findet es wohl langweilig und huscht davon. Zoom auf den Stein. Es ist der Glasperlenvogel, der immer größer wird und immer größer und die Leinwand füllt.

cut

Alki Zei
Übersetzung: Kostas Kosmas