#Editorial

18.01.2018

Centrum Modernes Griechenland (CeMoG)

Centrum Modernes Griechenland (CeMoG)

Es sind meistens die einfachen Fragen, die am schwierigsten zu beantworten sind. Miltos Pechlivanos, Direktor des CeMoG, sprach mit der Kultur- und Literaturzeitschrift O anagnostis (Der Leser) über das CeMoG und die Edition Romiosini und berichtete, „wer wir sind“. Unter anderem, mit Blick auf unsere Vorsätze für das neue Jahr.

Ο Μίλτος Πεχλιβάνος, διευθυντής του CeMoG, συζήτησε με την Έλενα Χουζούρη και το περιοδικό Ο αναγνώστης για το Κέντρο Νέου Ελληνισμού και το εκδοτικό πρόγραμμα Edition Romiosini.

Mehr Griechenland in Deutschland
Ein Interview von Elena Chouzouri mit Miltos Pechlivanos

Warum wurde die Gründung des CeMoG als notwendig erachtet? Welche Funktion, welchen Mehrwert erbringt es im Vergleich zu der bereits vorher bestehenden Professur Neogräzistik an der Freien Universität Berlin?

Die Professur Neogräzistik befördert durch ihre Bachelor-, Master- und Promotionsprogramme, aber auch durch ihre Forschungskooperationen die Lehre und Erforschung der neugriechischen Geschichte, Kultur, Literatur und Sprache in der frühen Neuzeit und in der Moderne. Natürlich unterstützt das CeMoG diese Arbeit, etwa durch seine Forschungstätigkeit im Bereich der deutsch-griechischen Verflechtungen oder durch die Organisation einer DAAD-Gastdozentur, die das bestehende Spektrum in Forschung und Lehre um die interdisziplinäre Perspektive der Sozial- und Politikwissenschaften erweiterte. Das CeMoG vergrößert aber auch den Wirkungsbereich der Professur, da es sich mit seinen Veranstaltungen und dem Programm der Edition Romiosini auch an ein außeruniversitäres Publikum wendet. Es trägt also dazu bei, die Sichtbarkeit eines kleinen Faches wie der Neogräzistik zu erhöhen, und möchte als Brücke zwischen Berlin und Griechenland alle diejenigen zusammenbringen, die sich für das moderne Griechenland und die deutsch-griechischen Beziehungen interessieren.

Bevor wir zur nächsten Frage kommen, würde ich gerne wissen, was Sie unter dem „modernen Griechenland“ verstehen, um das es dem Centrum Modernes Griechenland geht.

Vereinfachend könnte man sagen, dass sich das Centrum Modernes Griechenland weder mit der griechischen Antike noch mit dem byzantinischen Mittelalter befasst, sofern sich aus ihnen kein Bezug zur neueren griechischen Geschichte ergibt. Der Begriff „Modernes Griechenland“ knüpft dabei bewusst an die Mehrdeutigkeit des Adjektivs ‚modern‘ an, das sowohl ‚neu‘, ‚neuzeitlich‘, ‚zeitgemäß‘ wie auch ‚vorübergehend‘ bedeuten kann. Was die Frage nach der Periodisierung angeht, möchte ich Sie an die europäische Querelle des Anciens et des Modernes an der Schwelle vom 17. zum 18. Jahrhundert erinnern, einem Streit zwischen den „Alten“, die in der Antike einen unüberwindlichen Maßstab für die Gegenwart ansahen, und den „Modernen“, deren Blick sich auf die Gegenwart und die Zukunft richtete.

Würden Sie uns einen Einblick in die Überlegungen und Prozesse gewähren, die der Gründung des CeMoG vorausgingen? Auf wen geht die Idee zurück? Und wie konnte etwa die Stavros-Niarchos-Foundation von der Förderung des Projektes überzeugt werden?

Die Idee zur Gründung des CeMoG hatte ich schon im Jahr 2007, als ich auf den Professur für Neogräzistik an der Freien Universität Berlin berufen wurde. Durch die Ereignisse der folgenden Jahre wurden die diesbezüglichen Planungen weiter vorangetrieben. Denn angesichts der ‚griechischen Krise‘ und der Verwerfungen im deutsch-griechischen Verhältnis musste man sich nicht erst irgendwelche komplizierten Argumente dafür ausdenken, dass die Zeit reif für eine stabilisierende, antizyklische Investition in die beiderseitigen Beziehungen sei. Sowohl die Stavros-Niarchos-Foundation wie auch das Präsidium der Freien Universität Berlin schlossen sich dieser Auffassung sofort an, sodass von unserer Seite nur noch ein wirksamer, realistischer und nachhaltiger Plan für den Aufbau und Betrieb des Centrums vorgelegt werden musste.

In den letzten Jahren sind sowohl auf der deutschen wie auf der griechischen Seite eine Reihe von negativen Stereotypen über den jeweils anderen entstanden. Glauben Sie, dass das CeMoG dazu beitragen kann, diese Stereotype zu überwinden?

Mein Lehrer Panajotis Moullas sagte immer, dass die Stereotype der Preis seien, den wir für unsere Gruppenzugehörigkeit bezahlten. Von daher wäre es naiv zu glauben, dass sich die Stereotype vollkommen beseitigen ließen, denn ob es uns gefällt oder nicht, sie bilden einen Teil unserer Gruppenidentität. Durch ihre historische Erforschung können wir allerdings die Mentalitäten und letztlich die Ideologie einer Gesellschaft verstehen und angesichts unserer Zugehörigkeit zur europäischen Gemeinschaft versuchen, unsere Bilder vom jeweils anderen zu überdenken. Dieses Unterfangen stellt einen zentralen Pfeiler des CeMoG und seiner Arbeit dar. Das zeigt sich nicht zuletzt in einer Vielzahl an Veranstaltungen zur ambivalenten deutsch-griechischen Geschichte, z.B. über das Trauma der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen und die Vernichtung der griechischen Juden; aber auch Veranstaltungen, in denen die Wahrnehmung Griechenlands während der Krise in der deutschen Öffentlichkeit, in der Presse, aber auch im künstlerischen Bereich, z.B. mit Blick auf zeitgenössische Theaterproduktionen oder die Doppelpräsenz der Documenta in Athen und Kassel, diskutiert wurde. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch die positiven Momente der deutsch-griechischen Begegnungen herausstellen, die vom Philhellenismus des 19. Jahrhunderts bis zur Mobilisierung der deutschen Öffentlichkeit im Kampf gegen die griechische Obristendiktatur reichen.

Könnten Sie uns bitte etwas mehr über die zentralen Tätigkeiten und Ziele des CeMoG erzählen?

Das CeMoG baut auf drei Grundpfeilern auf, deren Tätigkeitsbereiche sich gegenseitig ergänzen. Das gemeinsame Ziel der drei Grundpfeiler besteht in der Schaffung von Netzwerken: Forschungsnetzwerken, Informationsnetzwerken und Lesenetzwerken. Auf den dritten Pfeiler, das Programm der Edition Romiosini, können wir später noch genauer eingehen.

Der zweite Pfeiler betrifft die Erforschung der deutsch-griechischen Verflechtungen, Kultur- und Wissenstransfers. In diesem Bereich, der Verbreitung und Vernetzung historischer Informationen, haben wir eine innovative Wissensbasis entwickelt, die den interessierten Forschern im Laufe des Jahres 2018 zur Verfügung stehen wird. Im Anschluss daran planen wir den Aufbau eines Online-Kompendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen. Hierbei handelt es sich um ein ambitioniertes Referenzwerk, das in einer interdisziplinären Perspektive Forschungsbeiträge und Informationen rund um die Geschichte der deutsch-griechischen Verflechtungen versammeln sowie als ein zweisprachiges Forum zur Diskussion und Produktion von neuem Wissen dienen soll. Ich hoffe, dass ich bald in der Lage sein werde, Ihnen genaueres über diese Initiative zu sagen, die ich als das wichtigste Produkt unserer Arbeit mit dem CeMoG ansehe.

Ohne den ersten Pfeiler, die Zusammenführung und Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren der deutsch-griechischen Beziehungen, wären die weitergehenden Tätigkeiten indessen überhaupt nicht möglich. Gemeint sind die verschiedenen Konferenzen und Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge und Bücherfeste, die das CeMoG organisiert. Das Spektrum der bilateralen Zusammenkünfte reicht dabei vom Austausch des griechischen Bildungsministers Kostas Gavroglou mit seinem deutschen Kollegen Thomas Rachel über die Zusammenarbeit im Bereich der Bildung und Ausbildung über das Gespräch von Tassos Giannitsis mit Ulf-Dieter Klemm und Wolfgang Schultheiß, den Herausgebern einer wichtigen Publikation zur ‚griechischen Krise‘, bis hin zu einer Podiumsdiskussion mit Künstlern, Literaturagenten, Übersetzern und Herausgebern über die Vermittlung der griechischen Literatur auf dem deutschen Markt.

Hat die Einrichtung des CeMoG zu einem erhöhten Interesse an der Neogräzistik geführt?

Die Gründung des CeMoG hat zweifelsohne zu einer erhöhten Sichtbarkeit unseres Faches, zu einem größeren Interesse an der Neogräzistik und zu einer Vermehrung unserer Studierendenzahlen geführt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich höre, dass wir zu den wenigen europäischen Zentren der Neogräzistik gehören, das aufgrund einer vergleichsweise großen Studierendenzahl nicht in seiner Existenz bedroht ist. Es gibt kein Jahr, in dem wir nicht etwa 20 bis 30 neue Studierende begrüßen dürfen, wobei ich die Studierenden anderer Fachrichtungen, die einfach nur die griechische Sprache lernen möchten, hier gar nicht berücksichtige. Die meisten Studierenden unseres Bachelorstudiengangs kommen aus Deutschland, viele von ihnen aus einem zweisprachigen Umfeld. Unser Masterstudiengang rekrutiert sich hingegen hauptsächlich aus Studierenden von griechischen und anderen ausländischen Universitäten, die sich nicht zuletzt aufgrund der internationalen Ausrichtung der Freien Universität dafür entscheiden, ihr Studium hier fortzusetzen.

Um Ihnen einen Eindruck von den Interessen unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler zu vermitteln, möchte ich hier einige Titel von Dissertationen erwähnen, die in den letzten zwei Jahren bei uns abgeschlossen wurden und in Kürze in der Reihe „Hermeneumata“ der Edition Romiosini erscheinen werden: Die Übersetzungen von Nikolaos Lountzis für Dionysios Solomos. Poetik, Symphilosophie und Kulturtransfer (M. Leivadiotis); Die Hinwendung zur (aktualisierten) Vergangenheit. Horizonte des historischen Romans (1935-1950) in Griechenland (B. Soethaert); Musikalisches Verfahren in der neugriechischen Prosa. Intermedialität vom Symbolismus zum Modernismus (O.Bezantakou); Aspekte der Vergangenheit des „Neuen Hellenismus“ im zeitgenössischen griechischen Roman. Narrative Modalität und historische Poetik (M. Akritidou).

Der Kölner Romiosini-Verlag von Hans und Niki Eideneier, der über 30 Jahre hinweg neugriechische Literatur in deutscher Sprache und deutschsprachige Literatur über Griechenland publizierte, wurde von seinen ehemaligen Besitzern in die Zuständigkeit des CeMoG übergeben. Möchten Sie uns verraten, was dieses „Erbe“ beinhaltet und warum Sie sich dazu entschieden haben, dieses in den Tätigkeitsbereich des CeMoG einzugliedern?

Die Diskontinuität stellt ein großes Übel dar. Umgekehrt ist es von großer Bedeutung, eine Unternehmung dort fortsetzen zu können, wo sie ihr Ende gefunden hat. Das waren meine Gedanken, als ich Niki Eideneier vorschlug, den Stab an das CeMoG weiterzugeben, damit wir in Berlin auf den Spuren des Kölner Romiosini-Verlags die Edition Romiosini gründen konnten. Es handelte sich um ein großes Geschenk, das uns mit dem symbolischen Kapital einer dreißigjährigen Tradition der Übersetzung und Vermittlung griechischer Kultur, Literatur und Wissenschaft ausstattete. Viele Titel des Romiosini-Verlags sind bereits in das Programm der Edition Romiosini aufgenommen worden, und noch viele weitere werden darin erscheinen, nachdem sie neuerlich lektoriert, gesetzt, mit zeitgemäßen Kommentaren, Vor- und Nachworten ausgestattet sein werden. Neben den Buchtiteln und dem Archiv des Romiosini-Verlags haben wir aber auch etwas anderes, vielleicht noch wichtigeres ‚geerbt‘: das Netz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Freundinnen und Freunden des Verlags mit ihrer Erfahrung in der Übersetzung und dem Lektorat griechischer Texte, ihrem Wissen im Bereich der griechisch-deutschen Sprach- und Kulturvermittlung, ihrer kritischen Expertise zu den Fehlern, die in der Vergangenheit begangen worden sind sowie zu den Risiken, die zukünftig vermieden oder auch eingegangen werden sollten.

Das Buchprogramm des Romiosini-Verlags und dessen Aufnahme durch das deutsche Publikum wurden in Griechenland immer wieder kritisch hinterfragt. Wie sehr hat der Romiosini-Verlag letztlich zur Vermittlung der griechischen Literatur im deutschsprachigen Raum beigetragen und was sind Ihre diesbezüglichen Pläne?

Die Umwandlung des Romiosini-Verlags in die Edition Romiosini, also die Integration eines Verlagsprogrammes in einen universitären Kontext, geht mit einer gewissen Prioritätenverschiebung einher.

Erstens konzentrieren wir uns als universitäres Editionsprojekt nicht allein auf die Vermittlung belletristischer Literatur. In zwei unserer drei Buchreihen, der Reihe Sachbuch/Πραγματογνωσία und Fachliteratur/Επιστήμη, stellen wir den deutschen Leserinnen und Lesern Monographien, Konferenzbände und Dissertationen über das neuere und neueste Griechenland vor, die in der deutschsprachigen Bibliographie keine Entsprechung haben. Ich möchte an dieser Stelle exemplarisch die Bücher von Yannis Voulgaris über die politische Geschichte Griechenlands seit der Militärdiktatur und Rika Benveniste über die jüdischen Holocaust-Überlebenden Thessalonikis erwähnen.

Zweitens streben wir als Editionsprogramm eines Centrum Modernes Griechenland nicht allein die Vermittlung der zeitgenössischen Literatur an. Vielmehr wollen wir eine umfassende und repräsentative Bibliothek der griechischen Literatur, vor allem aus dem 20. Jahrhundert, schaffen, und dieses Kriterium bestimmt auch unsere Auswahl aus dem Programm des Romiosini-Verlags. So wurden bzw. werden bereits in den ersten Jahren der Edition Romiosini viele Klassiker der neugriechischen Vor- und wichtige Erscheinungen der Nachkriegsprosa neu aufgelegt, z.B. Der Bettler von Andreas Karkavitsas, Das Leben im Grabe von Stratis Myrivilis und Prinzessin Isabeau von Angelos Terzakis, Dido Sotirious Lebewohl, Anatolien oder Das doppelte Buch von Dimitris Chatzis. Bestehende Ausgaben mit Erzählungen von Dimitris Nollas, Jorgos Chimonas und Thanassis Valtinos wurden um weitere repräsentative und wichtige Texte ergänzt. Andere Titel wurden ganz neu in das Programm aufgenommen, z.B. die Romantrilogie Steuerlose Städte von Stratis Tsirkas, die zum Auftakt der Edition Romiosini erstmals in deutscher Übersetzung erschien. Aber auch die Lyrik-Sparte der Edition Romiosini enthält viele bekannte Namen: etwa Manolis Anagnostakis, Michalis Ganas, Titos Patrikios, Miltos Sachtouris, Takis Sinopoulos, Haris Vlavianos – und selbstverständlich Konstantinos Kavafis. Zu den neu aufgelegten Dramenautoren werden Loula Anagnostaki, Giorgos Maniotis und Petros Markaris gehören.

Drittens muss ich mit Blick auf Ihre Frage nach der Publikumswirksamkeit und der Vermittlung der griechischen Literatur damals und heute auf eine wichtige Innovation der Edition Romiosini eingehen. Meiner Meinung nach wird ein traditioneller Verlag, der sich auf eine „kleine Literatur“ wie die griechische spezialisiert, auf dem deutschen Buchmarkt immer nur eine begrenzte Leserschaft ansprechen können. Ausnahmen wie Petros Markaris bestätigen die Regel. Indem wir die Not zur Tugend machten, entschieden wir uns als universitäres Editionsprojekt für einen anderen Weg: Alle unsere Publikationen stehen über die Internetseite der Edition Romiosini gratis für die Online-Lektüre zur Verfügung. Als registrierter Nutzer kann man unsere Bücher also komplett und ohne Zugangsbeschränkung lesen. Wenn man möchte, kann man sie aber auch in gedruckter Form bestellen, und zwar ebenso in traditionellen Buchhandlungen wie auch über unsere Internetseite oder elektronische Buchhändler à la Amazon. Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass dieses Modell funktioniert und sowohl zu einer besseren Sichtbarkeit wie zu einer besseren Verbreitung der griechischen Literatur beiträgt.

Nach welchen Kriterien wird das Programm der Edition zusammengestellt?

Unser vorrangiges Anliegen ist die Schaffung einer möglichst repräsentativen Bibliothek der neugriechischen Literatur. Ein weiteres Kriterium betrifft das, was ich an anderer Stelle als „Lesenetzwerke“ bezeichnet habe. Die Bücher unseres Programms sollen so miteinander verbunden sein, dass der Leser vom einen zum anderen geführt wird; z.B. anhand des roten Fadens von Flucht und Migration, der die Romane Geschichte eines Kriegsgefangenen von Stratis Doukas, Lebewohl, Anatolien von Dido Sotiriou, Lass es dir gut gehen von Sotiris Dimitriou, die Erzählungen Die Legende des Andreas Kordopatis von Thanassis Valtinos und Schiffbrüchige von Dimitris Nollas miteinander verbindet. Ebenso würde ich mir eine Vernetzung zwischen unserer Kavafis-Ausgabe und einer Biographie des Alexandriner Dichters wünschen. Schließlich spielen bei der Auswahl der Texte auch bestimmte Interessenschwerpunkte eine Rolle. Es wird Sie nicht überraschen, wenn ich Ihnen erzähle, dass die deutsch-griechischen Beziehungen einen solchen Schwerpunkt bilden.

Was sind Ihre nächsten Pläne für das Editionsprogramm?

Was die bisherigen Publikationen in der Rubrik Belletristik/Λογοτεχνία angeht, handelt es sich bei der überwältigenden Mehrheit um Veröffentlichungen aus dem Bereich der erzählenden Literatur. Dieses Bild wollen wir nun korrigieren. Einige der lyrischen und dramatischen Texte, die wir in der nächsten Zeit herausgeben wollen, habe ich Ihnen bereits genannt. Ich will an dieser Stelle nur ein Projekt hervorheben, um dem Missverständnis zuvorzukommen, dass wir in dem Bemühen um den Aufbau einer repräsentativen Bibliothek der griechischen Literatur des 20. Jahrhunderts die neuere Literaturproduktion des 21. Jahrhunderts außer Acht lassen würden. Maria Topali hat für die Edition Romiosini eine Anthologie griechischer Lyrik des 21. Jahrhunderts vorbereitet, die bis zum kommenden Juni in der deutschen Übersetzung von Torsten Israel vorliegen wird. Wir werden uns freuen, Sie bei der Präsentation dieses und weiterer Bücher bei unserem nächsten Sommerfest am Berliner Wannsee zu begrüßen!

"Περισσότερη Ελλάδα στο Βερολίνο. Συνέντευξη του Μίλτου Πεχλιβάνου στην Έλενα Χουζούρη" (Ο Αναγνώστης, 04.01.2018)
Übersetzung aus dem Griechischen: Marco Hillemann